Venus Medtech kauft Transcatheter Technologies (04/2016)

(Nr. 165) Das im BioPark ansässige Medizintechnik-Unternehmen entwickelte eine neuartige Lösung zur Therapie von strukturellen Herzerkrankungen und Herzklappenfehlern. Das innovative Technologieportfolio wurde nun von der chinesischen Firma Venus Medtech gekauft.

Transcatheter Technologies GmbH hat sein Technologie-Portfolio an Venus Medtech verkauft, einen führenden Herzklappenentwickler in China. Aufbauend auf der Technik von Transcatheter Technologies wird Venus Medtech ein Produktportfolio der nächsten Generation für den chinesischen und internationalen Markt entwickeln und vermarkten. Venus Medtech (HangZhou) Inc. entwickelt und fertigt ein hochmodernes interventionelles System zur Implantation künstlicher Herzklappen. Ihre Transkatheter-Aortenklappe hat klinische Studien und Nachbeobachtungen abgeschlossen und warte jetzt auf die Zulassung durch die chinesische Gesundheitsbehörde China Food and Drug Administration (CFDA). Die Transkatheter-Pulmonalklappe des Unternehmens nähert sich dem Abschluss der klinischen Studien. Die beiden Klappen werden voraussichtlich die ersten in China zugelassenen Transkatheter-Klappen sein. Venus Medtech hat sich dem Ziel verschrieben, ein weltweiter Anbieter von Transkatheter-Herzklappen zu werden. Im letzten Monat meldete es eine Investition in Höhe von 37 Mio. US-Dollar von Goldman Sachs, die in F&E- und Marketing-Aktivitäten für die Herzklappen-Produkte von Venus Medtech fließen werden.

"Transcatheter Technologies wurde mit dem Ziel gegründet, die nichtinvasive Herzklappen-Implantation sicherer zu machen, damit mehr Patienten von dem Verfahren profitieren können. Der Vertrag mit Venus Medtech hilft uns, diese Mission fortzusetzen. Auch wird er die weitere Entwicklung unserer Technologie-Plattform der nächsten Generation zur Therapie verschiedener strukturellen Herzerkrankungen auf dem chinesischen Markt vorantreiben", so Herzchirurg Dr. Wolfgang Götz, einer der Gründer von Transcatheter Technologies.  "Die ersten mit dem sog. TAVI-System Trinity erzielten klinischen Ergebnisse waren sehr eindrucksvoll", so der Hauptprüfer Prof. Dr. Christian Hengstenberg, Kardiologe am Deutschen Herzzentrum München. "Im Gegensatz zu den TAVI-Systemen der zweiten Generation kann die Trinity-Aortenklappe auf sichere Weise präzise positioniert oder repositioniert werden, selbst nach vollständiger Implantation“.

"Unter der Leitung von Dr. Goetz hat Transcatheter Technologies nicht nur eine, sondern drei Technologien der nächsten Generation entwickelt, die eine wichtige Rolle bei der Therapie von Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen in China und der übrigen Welt spielen werden", so Christoph Brandenberger, Managing Director, Healthios Capital Markets. "Dr. Goetz hat unter Beweis gestellt, dass er klinisch relevante Technologien schnell entwickeln und kosteneffektiv validieren kann". 2008 gründete Dr. Goetz und der Ingenieur Hou-Sen Lim die Vorläuferfirma EndoCor in Singapur. Ein Jahr später gründeten sie die Transcatheter Technologies GmbH im BioPark Regensburg. Mit Startkapital aus dem Hightech Gründerfond und der Bayern Kapital entwickelte die Firma ihre Prototypen und konnte weitere Investoren wie die KfW, den EFRE Startfonds und die Tubalex Beteiligungs GmbH gewinnen. Die Technologieplattform überzeugte aber auch Privatinvestoren wie den Unternehmer und Business Angel Dr. Rolf Käse. Der Geschäftsführer des BioParks Dr. Thomas Diefenthal freute sich ebenfalls darüber, dass wieder ein erfolgreiches Produkt aus dem BioPark Regensburg den Weltmarkt erobern kann. „Es wäre schön, wenn mehr Institutionen und Privatinvestoren die Chancen für ein rentables Investment in Technologien vor Ort erkennen und nutzen könnten“, wünscht sich Dr. Diefenthal.
 
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