Regensburger Projekt im GO-Bio Wettbewerb ausgewählt (04/2014)

Bei den Deutschen Biotechnologietagen in Hamburg wurden die Preisträger der sechsten Auswahlrunde des GO-Bio Wettbewerbes gekürt. Prof. Dr. Ulrich Bogdahn vom Universitätsklinikum in Regensburg war einer der sieben Gewinner.

Seit 2005 unterhält das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Förderprogramm „Gründeroffensive Biotechnologie kurz GO-Bio“. Damit unterstützt das BMBF gezielt vielversprechende Gründerteams in dem meist langwierigen und kostspieligen Entwicklungsprozess der Biotechnologie. Bei den „Deutschen Biotechnologietagen 2014“ in Hamburg wurden die Preisträger der sechsten Auswahlrunde von GO-Bio gekürt. Insgesamt sieben Teams dürfen sich über rund 20 Millionen Euro Anschubfinanzierung freuen, darunter kommt eines aus Regensburg.

Das Team um Prof. Ulrich Bogdahn am Universitätsklinikum in Regensburg arbeitet schon länger an der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden für neurodegenerative Erkrankungen. Dabei ist die sog. Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) eine der schwierigsten Krankheiten, da vor allem die motorischen Anteile des Nervensystems betroffen sind und es bei den Patienten unaufhaltsam zu Lähmungen der Körpermuskulatur kommt. Eine wirksame kausale Therapie gibt es bisher leider noch nicht.

Das will das Team um Ulrich Bogdahn von der Uniklinik Regensburg ändern. Im Rahmen des GO-Bio-Projekts wird die Gründung des Unternehmens namens „CampoNeuro Pharma“ angestrebt. Der Ansatz der Regensburger Biomediziner: Mit einem innovativen Wirkstoff soll die Neubildung von Nervenzellen gezielt wieder reaktiviert werden. Der Schlüssel dazu ist ein sogenannter Antisense-Wirkstoff, der höchst präzise im Gehirn den sogenannten TGFß-Signalweg unterbrechen wird.

Die Konzentration des TGFß-Moleküls ist bei Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen erhöht. Ein Übermaß an TGFß hemmt jedoch die Fähigkeit des Zentralen Nervensystems, sich zu regenerieren und neue Nervenzellen hervorzubringen. Diesen natürlichen Kompensations-mechanismus will die Arbeitsgruppe reaktivieren und damit für die Patienten wieder ein möglichst normales Leben ermöglichen. Durch gezieltes Verabreichen des Antisense-Wirkstoffs in die Hirnkammern soll die sogenannte Neurogenese im ZNS effektiv gesteigert werden und somit dem Verlust an Nervenzellen entgegenwirken.

In der ersten Phase von GO-Bio plant das Team um Ulrich Bogdahn, den Wirkstoffkandidaten bis zum Start der klinischen Studien am Patienten präklinisch zu entwickeln. Zudem werden Biomarker entwickelt, die der späteren Patientensicherheit dienen sollen sowie bestimmte Rückschlüsse auf die Wirkung des Präparates zulassen werden. Aus ihnen werden darüberhinaus umfassende Erkenntnisse über die Krankheit selbst und ihre molekularen, zellulären und funktionellen Mechanismen erwartet.  In der zweiten Phase von GO-Bio ist die klinische Entwicklung geplant – wie auch die Gründung von „CampoNeuro Pharma“ als Biotechnologie-Unternehmen.

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