Regensburg baut seine Beziehungen zu den USA aus (07/2003)

Auch in diesem Jahr führte eine Delegationsreise unter Leitung des Regensburger Oberbürgermeisters Hans Schaidinger zu Partnerstädten und Partnerfirmen in den USA. Die Teilnahme der Stadt Regensburg an der größten Biotechnologiemesse der Welt, der Bio2003 in Washington D.C., wurde zu weiterführenden Gesprächen in San Francisco, San Antonio und Germantown erfolgreich genutzt.

Die Bio2003 fand anlässlich ihres zehnjährigen Jubiläums diesmal in der US-Hauptstadt Washington D.C. statt. Auf über 100.000 qm präsentierten sich den rund 16.000 Besuchern 1080 Aussteller, u.a. am deutschen Pavillon die BioPark Regensburg GmbH und RBD Regensburg Business Development GmbH. Trotz der Konsolidierungsphase, hervorgerufen durch den Börsencrash, sehen alle Analysten in der Biotechnologie weiterhin die Zukunftstechnologie mit dem größten Wachstumspotenzial. Allein in den USA sind derzeit 370 biotechnologische Medikamente in der letzten Phase III der klinischen Prüfungen, also kurz vor der Beantragung der Marktzulassung. Im neuesten Biotechnologie-Report von Ernst & Young (Beyond Borders 2003) wurde wiederholt deutlich, dass die USA mit fast 1.500 Firmen Marktführer im diesem Bereich sind. Von den weltweit börsennotierten Biotech-Unternehmen sind 73% in den USA mit einem Ertragswert von 41,3 Mrd. US $ gelistet. Die junge, Mitte der 90er Jahre gegründete Biotechnologieszene in Deutschland ist mit 360 Unternehmen daher noch recht bescheiden, aber nicht weniger innovativ, wie der rege Messebetrieb zeigte. Deutsche Unternehmen verstehen es vorzüglich, noch nicht besetzte Nischenmärkte zu erobern. Nur wenige Jahre nach ihrer Gründung glänzen dabei auch Regensburger Unternehmen aus dem BioPark auf diesem internationalen Parkett. Erstmals präsentierte sich die PreSens-USA mit ihrem neuen US-Vertriebspartner auf der Messe, während die Firma Geneart-USA bereits zum zweiten Mal erfolgreich dabei war.

Der Besuch der Messe wurde auch für den weiteren Ausbau der Beziehungen zu den Partnern der Stadt Regensburg in den USA genutzt. In San Francisco (Kalifornien) sprach man mit einem der Gründer von Tularik Inc., Dr. Andrew Perlman, und der Geschäftsführerin von Tularik Deutschland GmbH, Dr. Ulrike Schindler, über die weitere Geschäftsentwicklung. Tularik hat vor kurzem eine Zusammenarbeit mit der Firma Amgen im Bereich Krebs bekannt gegeben. Amgen ist derzeit mit über 10.000 Mitarbeitern das größte Biotechnologieunternehmen der Welt und daher ein wichtiger strategischer Allianzpartner für Tularik. Im Schnitt dauert es 15 bis 20 Jahren bevor aus einer wissenschaftlichen Entdeckung ein marktreifes Medikament entsteht. Die Finanzierung dieser langen Investitionszeiträume wird daher nur mit starken Partnern möglich sein. Davon konnte sich die Delegation bei einem Besuch bei Genentech überzeugen, die mit ihren 6.500 Mitarbeitern praktischerweise an einer eigenen DNS-Verkehrsstraße („One DNA Way“) lokalisiert ist. Mit zehn gentechnischen Produkten und einem Verkaufserlös von 3,18 Mrd. € (in 2002) zählt die bereits 1976 gegründete Firma zu den größten Biotechnologieunternehmen der Welt.

Im Zuge der wirtschaftlich-strategischen Allianz mit der Partnerstadt San Antonio (Texas) wurden vor Ort Standortpräsentationen der BioPark Regensburg GmbH und erste Gespräche mit Biotech-Firmen und Forschungseinrichtungen in San Antonio durchgeführt. In Germantown (Maryland) präsentierte man sich der Firma Avalon Pharmaceuticals, die bereits eine Kooperation mit der Universität Regensburg eingegangen ist.

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