Der BioPark in Regensburg

Durch die Gründung der BioPark Regensburg GmbH hat die Stadt 1999 einen weiteren Katalysator für den aufstrebenden, zukunftsorientierten Sektor geschaffen. Mit Unterstützung durch den Freistaat Bayern, den Bund und der EU wurde für 42 Mio. € der BioPark in drei Bauabschnitten 2001, 2006 und 2011 direkt auf dem Gelände der Universität errichtet. Die Multifunktionsgebäude bieten zusammen auf 18.000 m² hochwertige Labor-, Büro- und Lagerflächen für Firmen und Institute aus dem Bereich Biotechnologie, Pharma, Medizintechnik, Analytik/Diagnostik und verbundene Dienstleister. Neben der Nutzung der universitären Infrastruktur und kurzer Wege vor Ort, ermöglicht ein eigener Autobahnanschluss die direkte und schnelle Anbindung nach München, Frankfurt und Berlin. Derzeit sind 33 Mieter mit 561 Mitarbeitern im BioPark tätig. In der BioRegio Regensburg sind aktuell 50 Firmen mit 3.872 Mitarbeitern aktiv.

 

Erfolge "Made in Regensburg"

2014 feierte der BioPark Regensburg sein 15jähriges Jubiläum. In dieser Zeit wurden 254 Mio. € in die Entwicklung der "Life Sciences" investiert, davon allein 102 Mio. € an Venture Capital. Der "return of investment" lässt sich sehen, seit 1999 wurden allein 37 Firmen in der Gründung begleitet und die Zahl der Mitarbeiter in der Region hat sich auf 2600 mehr als versechsfacht. Die Firma Geneart AG ging 2006 als erste BioPark-Firma an die Frankfurter Börse und wurde 2010 Teil der ThermoFisher Cooperation. Bis 2016 war die AMGEN Research GmbH das erste Forschungszentrum eines der größten Biotech-Unternehmens der USA in Europa. In Regensburg wurden jährlich 10 Mio. Verbindungen analysiert, um neue Leitstrukturen für die Entwicklung innovativer Medikamente zu identifizieren. 2008 wurde der BioPark Regensburg als "Ausgewählter Ort" der Bundesinitiative "Deutschland – Land der Ideen" prämiert. Von 2007 bis 2015 war die Geschäftsführung des BioParks im Sprecherkreis des Arbeitskreises der deutschen BioRegionen, seit 2011 im Vorstand und seit 2014 als Vize-Präsident des Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren (BVIZ) in Berlin tätig. Ferner ist der BioPark seit 2013 im Sprechergremium der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Technologie- und Gründerzentren (ARGE-TGZ) tätig.

 

Forschung am Universitätsstandort Regensburg

Mit der Universität, der Technischen Hochschule und dem Klinikum besitzt Regensburg die jüngsten und modernsten Einrichtungen in Bayern mit derzeit 8.000 Beschäftigten und 31.000 Studenten, welche die Dynamik des Wirtschaftsstandortes vor Ort in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben. Für hämatologische Therapieansätze mit adulten Stammzellen konnte die José Carreras Stiftung gewonnen werden. Die Stiftung "Human Tissue & Cell Research" wurde für die Entwicklung neuer Behandlungsformen für leberkranke Patienten vor Ort gegründet. Die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Virus HIV (AIDS) wurde maßgeblich von der Bill & Melinda Gates Stiftung gefördert. Im Bereich der Infektionsbiologie ist das Klinikum Partner der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation). Darüber hinaus werden am Standort verschiedene Therapien in den Bereichen der Neurobiologie, photodynamischen Therapie, der Generegulation durch siRNA und zur Krebsbekämpfung entwickelt.
An der Hochschule für angewandte Wissenschaften, die seit kurzem zusammen mit der Hochschule Amberg-Weiden den Titel "Technische Hochschule" trägt, beginnt soeben die Biologisierung der Medizintechnik durch Schaffung des Studienganges "Biomedical Engineering", einer Kombination von biologischen und klassischen medizintechnischen Materialen mit den Ingenieurwissenschaften aus dem Bereich des Maschinenbaus. Das dazugehörige "Regensburg Center of Biomedical Engineering" hat seit 2013 seine Laborräumlichkeiten im BioPark bezogen. Der Trend zu interdisziplinären Ansäzten wird durch den erworbenen Titel "Ostbayerische Technische Hochschule" (OTH) seit 2013 gezielt gestärkt.

 

Produktion in der Region

Eine Reihe von Firmen der BioRegio Regensburg hat sich zu international agierenden Produktionsstandorten mit Reinräumen entwickelt. Hierzu gehören pharmazeutische Betriebe wie die Bionorica SE (Neumarkt) und die Haupt Pharma Amareg GmbH (Regensburg), aber auch biotechnologische Betriebe wie die Syntacoll GmbH (Kelheim) und die PAN Biotech GmbH (Aidenbach) sowie medizintechnische Betriebe wie die RKT Roding Kunststoff-Technik GmbH (Roding), die Raumedic AG (Helmbrechts) und die Gerresheimer Regensburg GmbH (Pfreimd). 

 

Interdisziplinäre Projekte

Innovation und Erfolg setzen stetige Analyse und Entwicklung voraus, das gilt auch für den BioPark in Regensburg. In regelmäßigen Standortanalysen wurde das Entwicklungspotential der BioRegio Regensburg analysiert. Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, der Stadt Regensburg und dem Beratungsunternehmen Capgemini Deutschland GmbH hat die BioPark Regensburg GmbH auf dieser Basis regionale interdisziplinäre Felder in der Region identifiziert und die Agentur IA-Biotech für die Umsetzung gegründet. In den Anwendungsfeldern Molekulardiagnostik und Biochips, sowie Biofunktionelle Oberflächen wurden über Workshops die regionalen Firmen aus den Bereichen Glasindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik, Textil und Nahrungsmittel mit den Firmen der BioRegio Regensburg zusammengeführt. Durch dieses technologieübergreifende neue Netzwerk konnte die Dynamik im Cluster durch weitere 13 regionale Firmen gesteigert werden. Ein weiterer Ansatz ist die Clusterplattform Sensorik der Initiative Allianz Bayern Innovativ, welche von Regensburg aus gesteuert wird. Neben der erfolgreichen Firma PreSens Precision Sensing GmbH (Chemo- und Biosensoren) ist das Clustermanagement der Strategischen Partnerschaft Sensorik im BioPark ansässig. Diese hatte zuletzt 2009 ein neues Netzwerk über optische Technologien in der Photodynamik in Regensburg gegründet. Ziel des Netzwerkes ist es mit Hilfe neuartiger optischer Technologie medizinische Anwendungen wie Tumordiagnostik oder Tumorbekämpfung umzusetzen. 

 

Neues Projekt Gesundheitswirtschaft für die Region Regensburg

Im aktuellen Projekt koordiniert der BioPark die Ausweitung der Clusteraktivitäten im Bereich Gesundheitswirtschaft. Nach eingehender Standortanalyse folgten intensiven Workshops zu Themen wie zelluläre Therapie, Onkologie, Digitalisierung, Alternde Gesellschaft, Fachkräfte und Ausbildung, sowie Standortmarketing und Wirtschaftsförderung. In einem Masterplan soll das Potential dieses Wirtschaftszweiges erfasst und die Chancen für die Region dargelegt werden. Regensburg boomt aktuell als Gesundheitsstadt. Die ganze Branche gibt derzeit 15.500 Menschen Arbeit und erwirtschaftete zuletzt einen Gesamtumsatz von 1,4 Mrd. € am Standort Regensburg.